MAN-Stahlhaus: Das Hohenloher Freilandmuseum bekommt Zuwachs!

Im Jahr 2016 konn­te für das Hohen­lo­her Frei­land­mu­se­um in Schwä­bisch Hall-Wackers­ho­fen mit einem außer­ge­wöhn­li­chen Pro­jekt begon­nen wer­den: der Umset­zung eines Fer­tig­hau­ses aus dem Jahr 1950! Nicht erst in den 1960er Jah­ren, als der Bau von Fer­tig­häu­sern zu boo­men begann, war der Gedan­ke, Häu­ser aus vor­ge­fer­tig­ten Tei­len in Serie zu bau­en, aktu­ell. Bereits in den 1920er Jah­ren hat­ten Inge­nieu­re der „Maschi­nen­fa­brik Augs­burg-Nürn­berg“ (MAN) Plä­ne für Fer­tig­häu­ser aus Stahls­kletts und Stahl­blech­wän­den ent­wi­ckelt, die jedoch zunächst nicht rea­li­siert wor­den sind.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg muss­te der Fahr­zeug­her­stel­ler sei­ne Pro­dukt­pa­let­te ändern, Rüs­tungs­gü­ter durf­ten nicht mehr gefer­tigt wer­den. In die­sem Zusam­men­hang wur­de an die Plä­ne aus der Vor­kriegs­zeit ange­knüpft, 1948 begann die Her­stel­lung der Fer­tig­häu­ser aus Stahl. Die ehr­gei­zi­gen Plä­ne, die Häu­ser zu einem welt­wei­ten Export­ar­ti­kel wer­den zu las­sen, schei­ter­ten jedoch an den zu hohen Kos­ten, 1953 wur­de die Pro­duk­ti­on wie­der eingestellt.

1950 ließ der Direk­tor einer Sport- und Jugend­lei­ter­schu­le für sich und sei­ne Fami­lie ein sol­ches Haus in Stutt­gart-Sil­len­buch errich­ten. Nach meh­re­ren Bewoh­ner­wech­seln gelang­te es 1958 an die Fami­lie Gei­ßel, die es bis vor weni­gen Jah­ren bewohnt hat. Für das Kul­tur­denk­mal gab es aber in jüngs­ter Zeit vor Ort kei­ne Chan­ce auf Erhal­tung. Sehr kurz­fris­tig ergab sich jedoch die Chan­ce, es ins Frei­land­mu­se­um umzu­set­zen, die dank viel­fäl­ti­ger Unter­stüt­zung, ins­be­son­de­re durch das Land und die Lan­des­stel­le für Muse­ums­be­treu­ung, genutzt wer­den konnte.

Der­zeit lagern die Ein­zel­tei­le des abge­bau­ten Gebäu­des in einer Hal­le bei Rot an der Rot. Hier wer­den alle Bau­tei­le restau­riert, bevor in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2017 der Wie­der­auf­bau in Wackers­ho­fen beginnt. Das Gebäu­de wird nach sei­ner Fer­tig­stel­lung und Wie­der­ein­rich­tung den „Traum vom Woh­nen in den 1950ern“ prä­sen­tie­ren – einer Zeit, in der auch die Land­be­völ­ke­rung begann Ein­bau­kü­chen, Bade­zim­mer und moder­ne Möbel für sich zu ent­de­cken und zu bean­spru­chen. Für die Musems­be­su­cher wird das Fer­tig­haus im Frei­land­mu­se­um eine neue Zeit­epo­che eröffnen.