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Aus unserer Sammlung: Silberhochzeitstassen

Maya Peters stellt in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den im Hal­ler Tag­blatt in der Rei­he „Per­len aus dem Muse­um“ inter­es­san­te Gegen­stän­de aus unse­rer Samm­lung vor. 

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Dem Paa­re noch wei­te­re 25 Jah­re“ – Als Geschenk gab es sil­ber­nes Pracht­ge­schirr zur Feier.

Die bei­den Tas­sen sehen wenig bis gar nicht benutzt aus“, bewer­tet Bernd Beck das Por­zel­lan zur Sil­ber­nen Hoch­zeit. „Sie sind etwa 100 Jah­re alt und wirk­lich hübsch“, lächelt der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter des Hohen­lo­her Frei­land­mu­se­ums. Es sei­en typi­sche Geschen­ke, die oft auch Sprü­che wie „Wir wün­schen dem Paa­re noch wei­te­re 25 Jah­re“ tra­gen, die man zu die­sem Anlass oft ver­schenkt habe. Auf den Tas­sen steht in glän­zen­den, ver­schnör­kel­ten Buch­sta­ben in Unter­glas­druck­be­ma­lung „Dem Sil­ber­bräu­ti­gam“ und „Der Sil­ber­braut“. Sie sind knapp acht Zen­ti­me­ter hoch, der obe­re Durch­mes­ser mit Hen­kel liegt bei 10,5 Zen­ti­me­tern. Bemer­kens­wert sei, dass wei­te­re Tei­le des Hoch­zeits­ge­schirrs feh­len, so Beck. Ver­mut­lich sind die Tas­sen Teil eines dop­pel­ten Ser­vice mit Tel­lern, Unter­tel­ler, Milch­känn­chen oder Kon­fekt­scha­le. „Es ist lei­der kei­ne Her­stel­ler­mar­ke dar­auf, doch von der Fir­ma Schu­mann Arzberg ist eine ähn­lich Serie um 1920 bekannt“. Es wer­de aber ver­mu­tet, dass die Tas­sen von einer unbe­kann­ten Manu­fak­tur her­ge­stellt wur­den. „Es ist auf der Inven­tark­ar­te ver­merkt, dass sie aus Lud­wigs­burg stam­men kön­nen“, ergänzt er.

Frü­her haben die Jubi­la­re die Sil­ber­hoch­zeit wie die Hoch­zeit selbst als gro­ßes Fest mit vie­len Gäs­ten gefei­ert“, erläu­tert Beck Die­se Tra­di­ti­on, die mit der papier­nen Hoch­zeit ein Jahr nach der Trau­ung beginnt, sei mitt­ler­wei­le abge­flacht. Die Baumwoll‑, Leder‑, sei­de­ne oder höl­zer­ne Hoch­zeit fol­gen. „Viel­leicht liegt das mit an der gestie­ge­nen Lebens­er­war­tung?“, stellt Beck als Fra­ge in den Raum.

Einst gehör­ten die Tas­sen einem Paar aus Affal­trach bei Ober­sulm, das um1925 sei­ne Sil­ber­hoch­zeit fei­er­te und zu die­sem Anlass das Ser­vice geschenkt bekam. „Sie sind wirk­lich hübsch“, nickt Beck. Im Okto­ber 1997 kamen sie als Schen­kung ans Hohen­lo­her Frei­land­mu­se­um und sind seit­her dort im Depot verwahrt.

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Die Serie „Per­len aus dem Muse­um“ rückt Gegen­stän­de ver­gan­ge­ner Zei­ten, deren Geschich­te oder Ver­wen­dung in den Mit­tel­punkt. Sie wird in loser Rei­hen­fol­ge im Hal­ler Tag­blatt fortgesetzt.