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Aus unserer Sammlung: Schiebeschlitten

Maya Peters stellt in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den im Hal­ler Tag­blatt in der Rei­he „Per­len aus dem Muse­um“ inter­es­san­te Gegen­stän­de aus unse­rer Samm­lung vor. 

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Kin­der­wa­gen“ auf Kufen – Für den win­ter­li­chen Spa­zier­gang nut­ze man frü­her auch Schlit­ten zum Schieben.

Unser Modell lehnt sich im Aus­se­hen an einen „gro­ßen Spa­zier­schlit­ten“ als Kut­sche an, vor den Pfer­de gespannt wur­den“, erläu­tert Bernd Beck. Das Kufen­fahr­zeug aus dem Depot des Hohen­lo­her Frei­land­mu­se­ums sei ver­mut­lich um 1900 gefer­tigt und genutzt wor­den, so der stell­ver­tre­ten­de Muse­ums­lei­ter. 

Ein Griff dient zum Schie­ben des etwa 80 mal 53 Zen­ti­me­ter gro­ßen Gefährts. „Lei­der ist die ori­gi­na­le Pols­te­rung nicht mehr vor­han­den“, so Beck. „Aber man saß als Kind sicher bequem“. Dar­an, an den guß­ei­ser­nen Zier­ele­men­ten und an der Far­big­keit sehe man, dass er durch­aus „etwas Noble­res“, ver­mut­lich für Men­schen aus der groß­bäu­er­li­chen Schicht, gewe­sen sei. „Der Land­wirt nut­ze ihn für die Sonn­tags­spa­zier­gän­ge mit sei­nen Kin­dern, da wur­de der Weg nicht so lang“, lächelt Beck. Auf his­to­ri­schen Bil­dern des Muse­ums­ar­chivs sehe man häu­fi­ger Schlit­ten als Fort­be­we­gungs­mit­tel. Auch Stuhl­schlit­ten habe es gege­ben, die auf dem Eis von Schlitt­schuh­läu­fern gescho­ben wur­den. Gele­gent­lich sei­en die Auf­sät­ze der Schie­be­schlit­ten abnehm­bar gewe­sen, um die­se für Frei­zeit oder Arbeit wech­seln zu können.

Unser Exem­plar stammt noch aus dem Bau­ern­mu­se­um in Schö­ne­berg, qua­si der Keim­zel­le des Hohen­lo­her Frei­land­mu­se­ums“, ver­rät er. Bereits 1989 sei der Kin­der­schlit­ten inven­ta­ri­siert wor­den. „Viel mehr wis­sen wir lei­der nicht dar­über, es gibt kei­ne Über­lie­fe­rung“, bedau­ert Beck. Aber der kul­tur­his­to­ri­sche Wert sei hoch – auch, weil der Erhal­tungs­zu­stand opti­mal sei. Der Schie­be­schlit­ten wur­de nie aus­ge­stellt. Doch habe man ihn auf einem Mit­ar­bei­ter­fest gezeigt. „Da haben wir wie­der gemerkt: Sol­che Expo­na­te wecken wirk­lich schö­ne Kind­heits­er­in­ne­run­gen, anders als bei­spiels­wei­se ein Dresch­fle­gel“, nickt Beck.

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Die Serie „Per­len aus dem Muse­um“ rückt Gegen­stän­de ver­gan­ge­ner Zei­ten, deren Geschich­te oder Ver­wen­dung in den Mit­tel­punkt. Sie wird in loser Rei­hen­fol­ge im Hal­ler Tag­blatt fortgesetzt.