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Unser Spielplatzprojekt: Schindeln

Daniel Rieker

Für den Sommer 2026 ist die Fertigstellung unserer neuen Spielbereiche geplant. Der Weg dahin ist von zahlreichen Arbeitsschritten geprägt. Holzgestalter Daniel Rieker gibt hier Einblick in einen besonders interessanten Aspekt der Arbeiten: das Schindelmachen.

Einer der Spieltürme wird mit Holzschindeln gedeckt.

Ein Dach des zukünftigen Spielplatzes im Weinbauerndorf wird mit traditionellen Holzschindeln gedeckt. Die Schindeln entstehen aus Lärchenholz aus den Waldenburger Bergen. Während heute häufig Lärche verwendet wird, kamen früher vor allem Fichte und Tanne zum Einsatz.

Vom Baumstamm zum Rohling

Am Anfang steht der Baumstamm. Die Lärche wird zunächst in sogenannte Hurgel gesägt – etwa 40 Zentimeter lange Stammstücke. Besonders gut geeignet sind Stämme mit einem großen Durchmesser von etwa 50–60 Zentimetern sowie möglichst gerade und astfreie Abschnitte. Hier ist die Ausbeute am größten.

Die Hurgel werden – oft zu zweit – mit der Axt gespalten. Diese ersten Arbeitsschritte können direkt im Wald erfolgen. Die so entstandenen Rohlinge werden anschließend in der Werkstatt weiterverarbeitet.

Spalten mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl

In der Werkstatt wird der Rohling weiter gespalten, bis Stücke entstehen, aus denen sich jeweils etwa fünf Schindeln herstellen lassen. Gespalten wird quer zur Faser. So entstehen stehende Jahresringe, die sich beim Trocknen (dem „Schwinden“) nicht „schüsseln“ – das heißt, sie verziehen sich nicht.

Zum Einsatz kommt dabei das Schindelmesser – eine stumpfe, klingenartige Form mit Stiel, die zum Hebeln genutzt wird. Häufig wird das Holz zusätzlich in eine Kerbe des Hackklotzes geklemmt, die als Widerlager dient.

Bei genauem Hinsehen erkennt man hier die stehenden Jahresringe.

Feinarbeit am Schnitzbock

Anschließend werden die Schindeln auf dem Schnitzbock mit dem Ziehmesser weiterbearbeitet. Die spätere Wetterseite – also die bewitterte Fläche – bleibt dabei die ursprüngliche Spaltoberfläche. Der Grund: Die unverletzten Holzfasern sind besonders dauerhaft und widerstandsfähig.

Der sogenannte Schindelfuß erhält eine Fase, also eine abgeschrägte Kante. Sie sorgt dafür, dass Regenwasser besser ablaufen kann.

Eingebaut werden die Schindeln wieder in der ursprünglichen Wuchsrichtung des Baumes. Mit dem Schindelbeil werden sie bei Bedarf nachgearbeitet und anschließend im oberen Bereich mit verzinkten Nägeln befestigt.

Bei fachgerechtem Einbau kann ein Schindeldach problemlos 50 bis 100 Jahre halten.

Skizze aus dem Buch „Altes Dorfhandwerk in Hohenlohe“, Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung, 1987 im Hohenloher Freilandmuseum.

Schindelmacher im Mainhardter Wald

Im Mainhardter Wald war die Herstellung von Schindeln früher weit verbreitete Heimarbeit. Dort verwendete man zum Spalten der Rohlinge ein spezielles Werkzeug, den sogenannten „Schnaber“. Für das eigentliche Schindelspalten kam ein weiteres Messer zum Einsatz – der „Schnitzer“.

Über diese regionale Form der Schindelherstellung ist heute leider nur noch wenig bekannt.

Ein nachhaltiger Baustoff mit Tradition

Holzschindeln sind ein klimaneutraler Baustoff. Sie lassen sich mit handwerklichem Geschick vollständig von Hand herstellen, sind langlebig und zugleich gestalterisch ansprechend.

Hier im Museumsblog erfahren Sie bald mehr über die nächsten Schritte und die verwendetetn Werkzeuge.


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Stand: 03/2023

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