Unser Leitbild
Aufgabe und Selbstverständnis des Hohenloher Freilandmuseums ist es, Geschichte lebendig und verständlich zu vermitteln. Wir machen vergangene Alltagswelten erfahrbar, fördern Bildung und Gemeinschaft und verbinden historisches Wissen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Als Archiv der Dinge und Wissensspeicher schaffen wir Orientierung, regen zum Dialog an und stärken verantwortungsvolles Handeln.
Wer wir sind
Das Hohenloher Freilandmuseum ist eine bedeutsame Kultur-, Freizeit- und Bildungseinrichtung der Region Hohenlohe-Franken in der Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins. Wir verstehen uns als Ort, an dem die Geschichte des ländlichen Raums und die Lebensverhältnisse der Menschen erfahrbar werden. Dazu setzen wir ausgewählte historische Gebäude auf das Museumsgelände um. Wir bewahren Dinge des täglichen Gebrauchs aus früheren Jahrhunderten und erforschen ihre Geschichten – ebenso wie die Biografien von Menschen, die in früheren Zeiten in unserer Region und in den Museumsgebäuden gelebt haben. Diese Erkenntnisse vermitteln wir in Dauer- und Sonderausstellungen sowie in vielfältigen Bildungsangeboten und Veranstaltungen. So schaffen wir Zugänge zur Vergangenheit und fördern den gesellschaftlichen Austausch über Gegenwart und Zukunft.
Ein besonderes Anliegen ist uns die Darstellung der sozialen Unterschiede innerhalb der Landbevölkerung. Der Vergleich großer Bauernhäuser mit den Behausungen der Dorfarmen macht deutlich, wie vielfältig das Leben im ländlichen Raum in früheren Jahrhunderten war. Zu unserer Konzeption gehört es auch, den Lebensgeschichten benachteiligter Bevölkerungsgruppen und sozialer Randgruppen Raum zu geben. Ihre Erfahrungen erachten wir als ebenso museumswürdig wie die der ländlichen Oberschichten.
Auch das 20. Jahrhundert mit seinen weltgeschichtlichen Umbrüchen – den beiden Weltkriegen, der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sowie Flucht und Vertreibung – ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.
Als kulturhistorisches Museum sind wir nicht nur Archiv der Dinge und Wissensspeicher, sondern auch ein Ort der Naherholung, der Begegnung und der Gegenwartskultur.
Wofür wir stehen
Authentizität
Bei der Einrichtung unserer Museumsgebäude, der Erarbeitung von Ausstellungen und der Gestaltung des Museumsgeländes achten wir darauf, ein möglichst authentisches Bild vergangener Zeiten zu schaffen. Wir arbeiten nach wissenschaftlichen Grundsätzen sowie den Standards des Deutschen Museumsbundes (DMB) und des Internationalen Museumsrates (ICOM).
Verantwortung
Wir gehen behutsam mit den uns anvertrauten historischen Objekten und dem kulturellen Erbe um. Bei der musealen Aufbereitung unserer Themen hinterfragen wir, welche Schlussfolgerungen sich aus der Kenntnis der Vergangenheit für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft ziehen lassen. Ebenso sind wir uns unserer Verantwortung für Klimaschutz und nachhaltiges Handeln bewusst und beziehen diese Leitgedanken in unsere Vermittlungsarbeit ein. Wir wollen zum Nachdenken und Abwägen anregen und so einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Offenheit
In unserem Museum sind Menschen jeden Alters, unabhängig von Herkunft und sozialer Position, willkommen. Wir sind ein Ort, der das Miteinander fördert und Begegnungen ermöglicht. Wir sind Werten wie regionalen kulturellen Traditionen gleichermaßen verbunden wie Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. Wir beziehen Position gegen jede Form von Autoritarismus und Diskriminierung. Wir bieten Menschen die Möglichkeit, sich auf vielfältige Weise einzubringen und aktiv am Museumsgeschehen teilzuhaben.
Ziele und Aufgaben
Die Vermittlung historischer Zusammenhänge und Fakten ist eine der wichtigsten Aufgaben unseres Museums. Wir nehmen Gebäude und Dinge des täglichen Lebens aus früheren Zeiten in Obhut, um sie zu bewahren, ihre Herkunft, Geschichte und Bedeutung zu erforschen sowie die gewonnenen Erkenntnisse zu dokumentieren und in die Vermittlungsarbeit einfließen zu lassen.
Als außerschulischer Lernort und Begegnungsraum fördern wir Bildung, Gemeinschaft und nachhaltiges Handeln. Wir widmen uns der Erhaltung historischer Nutztierrassen und regionaltypischer Kulturlandschaften und zeigen Kulturtechniken sowie Lebensweisen vergangener Generationen auf.
Unsere Vision
Das 20. Jahrhundert mit seinen vielfältigen technischen, sozialen und kulturellen Veränderungen und Innovationen rückt zunehmend in den Fokus unserer Aktivitäten, ohne dass die älteren Epochen an Beachtung und Wertschätzung verlieren.
Die Lebensbedingungen heutiger und künftiger Generationen sind von den klassischen Freilichtmuseumsthemen wie Bauen, Haus- und Landwirtschaft oder traditionellem Handwerk weiter entfernt, als dies zur Gründungszeit des Museums Ende der 1970er-Jahre der Fall war. Daher passen wir Präsentationen, Vermittlungswege und Infrastruktur schrittweise an Bedürfnisse und Voraussetzungen unserer Besucherinnen und Besucher an und integrieren neue Themenfelder.
Bestehende Kooperationen mit anderen Museen und Kultureinrichtungen, insbesondere Freilichtmuseen, werden fortgeführt und ausgebaut. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, neue Impulse aufzunehmen und unsere inhaltlichen Schwerpunkte regelmäßig zu reflektieren und zu schärfen. Wir wollen auch in Zukunft ein fester Teil der gelebten Gegenwartskultur der Region Hohenlohe-Franken sein – im Dienst der Menschen der Region und darüber hinaus.